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Bezeichnung des bewilligten Projektes (Projekttitel) Sedimentveränderungen im Wattenmeer – erste PhaseBewilligungszeitraum von 19.03.2003 bis 30.07.2003 Projektträger Insel- und Halligkonferenz e.V., Ansprechpartner Regionalbüro Uthlande der Insel- und Halligkonferenz Kurzbeschreibung des Projektes Dieser Projektteil umfasst die wissenschaftlichen Vorarbeiten und Untersuchungen. In den Wattbereichen um Amrum, Pellworm und die Halligen haben Erosionen des Wattbo-dens zu bedenklichen Prielverlegungen geführt, die die Sockel der Inseln gefährden. Gleich-zeitig ist festzustellen, dass die natürlichen Muschelbänke in diesen Bereichen abnehmen. Ob natürliche oder durch Menschen verursachte Gründe eine Rolle spielen, ist im nachhinein nicht mehr eindeutig zu klären. Zusammenhänge zwischen Abnahme der Bänke und Zunah-me der Erosion sind anzunehmen. Muschelbänke wachsen schnell über den Wattboden auf, binden dabei den Untergrund, filtern das Wasser und setzen die Filtrate unter sich ab. Da-durch wird Sandwatt, das eine geringe Dichte an Kleinlebewesen aufweist, überdeckt mit Schlickwatt, das einen guten Nährboden bildet. Die biologische Vielfalt der festzustellenden Arten nimmt zu. Durch die Oberflächenstrukturierung der Muschelbänke entstehen Brut- und Rückzugsräume für zahlreiche Fisch- und Krebsarten. Die Oberflächen- und Tiefenströmung im Watt wird nachhaltig reduziert, der Öko-Haushalt in Richtung Artenvielfalt aktiviert. Na-tur- und flächenhafter Küstenschutz ergänzen sich verträglich. Die erfolgreiche Ansiedlung außerhalb von Muschelkulturen ist bisher nicht erprobt. Es gibt langjährige Beobachtungen aus der Region sowie mehrere Kleinversuche mit künstlichen Siedelungshilfen, die aber nicht konsequent betrieben wurden und deshalb nicht erfolgreich waren. Der Insel- und Hal-lig-Konferenz liegt das Angebot einer Forschungseinrichtung vor, die naturkundliche und hydrologische Untersuchungen durchführen und damit die bisher erhobenen Daten der staat-lichen Stellen ergänzen will. Darauf aufbauend sollen Ansiedlungsversuche gestartet und über mehrere Jahre begleitet werden. Die Fortschritte des Versuchs werden öffentlich ge-macht und dienen auch der Information und Bildung, strahlen also auch in den Fremdenver-kehrsbereich und die Fortbildung der Einheimischen aus. Eventuell lassen sich sogar später Muscheln ernten. Die Begleitung und Umsetzung des Projektes wird gemeinsam von dem Antragsteller Insel- und Halligkonferenz e.V. (Abwicklung und Organisation) und dem Verein Mittleres Nordfriesland e.V., Stützpunkt Pellworm ( Leitung der begleitenden Arbeitsgruppe) getragen Ziele und erwartete Effekte des Projektes Der Nutzen ist der langfristige Erhalt der Insel- und Halligsockel und der Artenvielfalt im Wattenmeer durch Bestand und Erweiterung der Miesmuschelbänke. Indikatoren ergeben sich aus der Vorgehensweise: Um das oben angesprochene Problem einer Lösung näher zu bringen ist folgende Vorgehensweise vorgeschlagen: - Befragung der älteren Bevölkerung nach der Lage von ehemaligen Muschelbänken: Neben den vorhandenen Literaturangaben (z. B.: RUTH 1998), Berichten und Karten soll die lokale Bevölkerung nach ihrem Wissen über die Existenz von ehemaligen Muschelbänken befragt werden. Zielgruppe der Befragung sind ehemalige oder langgediente Fischer und die älteren Bewohner der Inseln und Halligen. Die Mitglieder der Insel- und Halligkonferenz werden hier unterstützend tätig werden. - Auswertungen von Wattgrundkarten auf die Stabilität mit bekannten (historisch) vorhandenen Miesmuschelbänken im Vergleich mit Bereichen ohne Miesmuschelbe-satz: Vermessungsunterlagen sind im ALR und BSH vorhanden. Erosions- und Sedimentationsbereiche sollen zeitlich und örtlich unter Berücksichtigung vom Vorhan-densein von Muschelbänken analysiert werden. - Auswahl von zwei stabilen eulitoralen repräsentativen Miesmuschelbänken: Anhand der vorangegangenen Analysen werden zwei unterschiedlich alte eulitorale Miesmuschelbänke für nähere Untersuchungen ausgewählt. Diese müssen so ausgewählt werden, dass ein Vergleich mit unbesiedelten Flächen möglich ist (gleiche hydrodynamische Belastung, gleiche Korngrößenstruktur des Untergrundes etc.). - exakte Vermessung der Bänke und Vergleich mit angrenzenden Bereichen im Frühjahr und Herbst sowie ereignisbezogen: Die Vermessung muss so exakt wie möglich durchgeführt werden. Schiffsgestützte Vermessungen werden nur für die großräumige Aufnahme eingesetzt. Für den Vergleich von Höhenänderungen zwischen Arealen mit und ohne Miesmuschelbewuchs ist eine Höhenauflösung von wenigen Zentimetern notwendig. Dies kann nur über DGPS und Abgehen des Untersuchungsgebietes (bis ca. –0,5 m unter TNW) mit lotrechten Vermessungslatten erfolgen. Das Problem des Einsinkens der Vermessungslatte in den Untergrund wird über Vorversuche und Eichung vor jeder Vermessung anhand unterschiedlicher Größen von Fußplatten gelöst. - Bestimmung von ingenieurspezifischen Sedimentparametern in Bereichen mit und ohne Miesmuschelbänken: An der Oberfläche und in den ersten Zentimetern werden die klassischen ingenieursspezifischen Parameter bestimmt: Scherfestigkeit, Korngrößenverteilung, Steifemodul, Proctordichte, Corg etc. - Untersuchung des Untergrundes verschieden alter Muschelbänke: Durch die Entnahme von Stechkästen lassen sich ungestörte Sedimentproben gewinnen. Die Eindringtiefe beträgt ca. 30 cm. Die Sedimentprofile werden auf ihre Scherfestigkeit, Korngrößenverteilung, Proctordichte etc. hin analysiert. Zusätzlich werden Radiographien angefertigt, und auf Feinstrukturen hin analysiert. Eine mögliche digitale Aufnahme der Röntgennegative lässt eine höher Auflösung und vor allem eine statistische Auswertung zu. -Fortsetzung der Umsetzung der Forschungsergebnisse im Folgeprojekt 2004 Einordnung des Projektes in die Handlungsfelder der Region Flächenhafter Küstenschutz, Integrierter Naturschutz, Regionale Identität | ||
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